Landrover - oder wie man dazu kommt,
ein Auto von der Insel zu kaufen
Anfangs war der Gedanke gefaßt, mir einen Serielandy ( S2 oder S3) zuzulegen und als Familienkutsche irgendwas fahrbares aus der Neuzeit zu kaufen. Vor Jahren stand ich vor der Entscheidung Unimog oder Landy, damals fiel die Entscheidung auf den Unimog. Jetzt aber sieht das alles ein bischen anders aus und der Mog kriegt einen Spielgefährten.

In den letzten Jahren haben die Preise für solche Fahrzeuge dermaßen
angezogen, daß man schon einen neueren Defender für das gleiche Geld bekommt.
Natürlich haben das auch schon etliche Geschäftemacher geschnallt und nutzen
diese Entwicklung natürlich aus.
Oft werden die Fahrzeuge von diesen Händlern in der Schweiz oder England gekauft, neu gelackt und als "generalüberholt" verkauft....und es gibt doch tatsächlich solche Idioten die diese klapprigen Mühlen auch noch kaufen und so diesen "Händlern" die Lebensgrundlage geben. Als Privatmann hat man kaum eine Chance einen guten Serie für kleines Geld zu bekommen.

Ein Serie-Landy ist natürlich mit "modernen" Geländewagen nicht zu vergleichen. Laut und unbequem, bei Regenwetter meist auch nicht dicht, im Winter spürt man von der Heizung nur wenig und jedes Schlagloch wird natürlich ohne Dämpfung an des Fahrers Rücken weitergeleitet.

Trotzdem muß es eben ein so alter Knabe sein, der es seinem Fahrer noch erlaubt selbst Hand anzulegen bei Wartung und Reparatur.



Na ja bei meinem 416er Unimog ging es mir ja genauso. Da heißt es suchen suchen, suchen und warten bis man per Zufall an einen hinläuft.


Im Sommer 2005 war die Entscheidung gefallen, der Familienrat und das Bankkonto haben entschieden: es gibt vorerst keinen Serielandy, dafür einen Defender 110 als Familienkutsche. Da ich mich schon jahrelang mit Landrover beschäftige, war ja schon einiges an Wissen da. Nach einer wirklich intensiven 6-Monatigen Suche sind wir bei diesem Fahrzeug hier gelandet:


In Köln haben wir ein Fahrzeug nach unserem Geldbeutel gefunden: neuwertig, Ausstellungsfahrzeug mit 2539KM auf der Uhr, EZ 31.1.05. mit Vollausstattung und eigens für Vorführzwecke angefertigte Sitze in schwarzem Leder.

zu Hause angekommen wird er Stück um Stück zum Wunschlandy


zuerst mußte der Lampenhalter dran

danach die Lampen, Alutritte und die Lampengitter

dann gings innen weiter. Ich baute mir eine Halterung fürs Navi mit integriertem Zigarettenanzünder als Stromversorgung

so sieht das Ding aus. Der originale Ascher wird ausgebaut und durch eben diese Halterung ersetzt.

Perfekte Sicht aufs Navi und das Kabel baumelt auch nicht in der Gegend rum.

Mit meinen 1,95 Länge bin ich entschieden zu groß für einen Defender. Gleich am Anfang wurde das Lenkrad getauscht gegen ein 36er Raid. In diversen Foren wird immer beklagt wie schlecht sich doch das originale Lenkrad mit dem Hammer von der Säule "abziehen" läßt. Wenn ich so was lese wird mir ganz schlecht. Wers will bekommt von mir den dafür extra angefertigten Abzieher ausgeliehen.

beim Montieren der Nabe

so sieht das neue Lenkrad dann aus.

Als Großgewachsener sitzt man in dieser Alukiste aus England wie in nem Gogo. Sitzschienenverlängerungen wurden gebastelt. Skizzen hierfür sind bei mir erhältlich.

Völlig problemlos zu machen

mit meiner Lösung sitzt man etwa 3cm höher und kann 9cm weiter nach hinten "rutschen". Hinten ist dann natürlich kein Platz mehr für Beine. Wobei ich sagen muß die 9cm sind unnötig bei einer Körpergröße von 1,95m. Hier würden 5cm reichen.

Die Armablage, eigentlich diese Cubby-Box war mir zu niedrig. Um zusätzlich Stauraum und eine Unterbringungsmöglichkeit für div. Elektrik zu schaffen wurde sie von mir erhöht mit diesem Unterbaukasten

"Rohbau"

paßt wie angegossen.

Außen habe ich sie mit Vlies und Kunstleder bezogen und innen mit 1mm-Kunstoffplatten verkleidet.

In den vorderen Teil kommt das Elektrikgedöhns.

Einbaufertig

Defenderfahrende Familienväter kennen das Problem: Wohin mit dem Kopf des Kindes wenns mal schlafen will während der Fahrt? Original gibts keine Kopfstützen fürn Defender. Umbauten fangen bei ca. 600.-€ an. Ich wollte eine Lösung welches mir erlaubt die Kopfstützen in der Höhe als auch seitlich (wenn ich mal was transportieren will) zu verstellen.

Für meine Lösung muß nichts gebohrt werden. Auch ist das Ganze nach Lösen der jeweils 2 Muttern rechts und links minutenschnell ausbaubar.

Mit dieser Version können lange Gegenstände immer noch unter der Sitzbank durchgeschoben werden. Die Kopfstützen können einzeln herausgenommen, bzw. in der Höhe und seitlich verstellt werden.


Jetzt gabs noch 265er Cooper Discoverer auf Disco-Stahlfelgen fürn Winter. Absolut Spitze die Reifen. Nach der Montage wurden diese natürlich gleich getestet.
Happy Rovering :-))