Wiedergeburt
Nach weit über 10-jähriger Standzeit in einem feuchten Schuppen hat er es sich verdient: Eine Totalrestauration wird den Normag F16 Bj. 1956 mit 15PS wieder in neuem Glanze erstrahlen lassen.

Es war wie in einem Film: mit einem Vereinskollegen ging ich eigentlich ein altes Feuerwehrauto von 1939 anschauen, welches wir uns als Restaurationsobjekt für unseren Verein, den Veteranenfreunden Karlsdorf - Neuthard (http://www.veteranenfreunde.de), zulegen wollten. Plötzlich, hinter Gerümpel entdeckte ich einen Teil einer Motorhaube, welcher mich fast aus den Latschen kippen lies: ein Normag wie er schon jahrelang gesucht wurde, stand da völlig vergammelt rum - welch ein Zufall. Gesucht deshalb, weil dieser der erste Schlepper nach dem Krieg bei uns im Ort (Neudorf) war, welcher in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Eigentümer war damals mein Großvater, welcher den Schlepper neu kaufte. Nach wirklich zähen Verhandlungen durften wir ihn Tage später, am 30.Juli 2005 holen.

Der Schlepper wurde mit minimalem Aufwand zum Leben erweckt und es wurden ein paar Runden gedreht.
Ich bin für Infos die diese Schlepper betreffen, insbesondere Ersatzteilbeschaffung sehr dankbar, da es scheinbar nix mehr zu kaufen gibt an Brocken.
Ich habe mir vorgenommen, dieses Projekt der Restaurierung vollständig zu dokumentieren und nicht wie bei den meisten vorigen Projekten mit Fotos geizen. Voraussichtlich im Sommer 2006 wird die Restauration abgeschlossen sein.

Beginn der Zerlegung

alter Dreck wurde entfernt

in den Kotflügeln allein wurde 1 Eimer
(historischer
)
Dreck gefunden

der gröbste Schmutz ist runter

Wasserpumpe wurde demontiert

genauso der Anlasser

der Zylinderkopf wurde überholt, Glühkerze und Einspritzdüse sind in gutem Zustand


die Ventile habe ich geprüft, sie können wieder verwendet werden.


hier werden die Ventile eingeschliffen

danach wurden die Ventilfedern eingebaut


Eine Dichtigkeitsprüfung verlief erfolgreich

Für die Einspritzdüse habe ich einen neuen Kupferdichtring gedreht, danach wurde auch sie wieder eingebaut






jetzt wurden alle möglichen Dichtungen angefertigt. Hier die vom Öleinfüllstutzen am Motor.

beim Sägen von Korkdichtungen

hier eine kleine Auswahl selbst hergestellter Dichtungen

In Fällen wie der Wasserpumpe kann keine dicke Dichtung verwendet werden, da sonst die Funktion beeinflußt werden würde.

Kontur mit Tuschierfarbe abgenommen...

...und ausgeschnipselt

Hier ist deutlich zu erkennen, daß auch schon früher minderbemittelte Ingenieure vorhanden waren. Um den Keilriemen für die Lima und die Wasserpumpe zu erneuern, muß man fast den ganzen Vorderbau samt Vorderachse abbauen, mit viel Glück kriegt man die Riemen auch so reingewürgt. 10mm mehr Platz und alles wär ok.

jetzt war der Starter dran

Komplettrestauration auch hier

beim säubern

überholter Magnetschalter

Funktionsprüfung bestanden

Nach der Entfernung von Unmengen an Dreck und Geschmiere sowohl auf als auch in der Wasserpumpe sieht das Gehäuse dann so aus.

die alten Lager der Wapu waren nur noch sporadisch vorhanden, ein Wunder daß sich die Welle noch gedreht hat. Diese wurde an ihren Lagersitzen entsprechend überarbeitet.

die offenen Lager wurden durch geschlossene ersetzt.

die Abdichtung der Pumpe erfolgte damals mit Stopfbüchsen - alles nicht mehr zeitgemäß - ich habe einen Wellendichtring eingeklebt.

nach dem Zusammenbau

fertig zum Einbau

nach einer Spülung der Kühlkanäle im Motorblock sah es dann so am Wasseraustritt aus.

Wasserpumpe einsatzbereit für die nächsten 50 Jahre.

Auch die Lichtmaschine mußte überholt werden. Hier beim Abdrehen des Läufers

beim Abziehen der Lager

Zwischenräume säubern/entgraten

Lichtmaschine einsatzbereit

der Tag des Auferstehens rückt näher....

Im Dezember 05 wurde es naturgemäß etwas kälter als man sich das zum Schrauben wünscht. Feinmotorische Arbeiten waren nicht mehr angebracht.

Daher gings ans Schlossern. Div. Totalschäden am Blech wurden repariert

ziemlich zeitintensiv diese Blecharbeiten.

ein neuer Auspuff wurde angefertigt