In 2006 gings dann so weiter

 

im Januar 2006 gings weiter mit der Reparatur der Dieselfilteranlage. Die lange Standzeit hat hier deutliche (Rost-) Spuren hinterlassen.

 

 

Der Becher des Dieselfilters war an einer Stelle sogar durchgerostet und mußte geschweißt werden.

 

Die Dichtung des Dieselfilters am Becher wurde neu hergestellt, leider mußte ich hierzu einen Stempel ähnlich eines Locheisens drehen, da ein so dünner Ring nicht ausgeschnitten werden kann.

 

Der Normag Faktor1 verfügte als Zubehör über eine Handölpumpe mit welcher der Ventiltrieb mit Schmieröl versorgt wurde. Auch hier mußten einige Teile neu angefertigt werden. Da der Ventiltrieb nicht automatisch geschmiert wird, muß ohne diese Handpumpe laut Bedienungsanleitung täglich der Ventildeckel abgenommen, und der Ventiltrieb mit Schmieröl geschmiert werden. Hierzu wird der Ölmeßstab gezogen und gegen die Schmierstellen gehalten. Das abtropfende Öl sorgt dann für die entsprechende Schmierung. Dies mag ein Grund gewesen sein, wieso viele Motoren kaputt gingen. Wer hat schon Lust jeden Tag dieses Prozedere mit dem Ölmeßstab zu vollführen?

 

die Handpumpe wurde überholt und mit neuem Dichtring versehen (Pfeil). Problematisch war die Beschaffung eines passenden, langen Faltebalges. Die oberen zwei stammen von einer Antriebswelle eines Citroen 2CV. Hintereinandergesetzt konnte mich diese Lösung allerdings nicht überzeugen. Nach langer Suche kam ich auf  den Balg unten im Bild. Dieser stammt von der Lenkstange eines Simson Duos - der paßt.

 

Der Normag wurde soweit zusammengeschraubt, daß man damit fahren kann. Dabei wurde er bei Probefahrten auf  "Herz und Nieren" geprüft.

 

Nach den Arbeiten am Motor läuft er bei Temperaturen unter 0°C völlig problemlos an

 

Da bei diesen kalten Temperaturen schraubermäßig nicht viel machbar ist, habe ich mit der Restauration der Blechteile begonnen.  In seinem 50ig-jährigen Arbeitsleben haben sich schon einige Möchtegernschrauber mit ihrem Halbwissen dran versucht. Total verpfuschte Schweißnähte und wahllos reingemurkste Bleche und Flacheisen an allen Blechteilen.

 

alle Blechteile werden komplett sandgestrahlt. Besonders die Kotflügel waren stark gespachtelt. Hier sind natürlich sehr viele Risse im Lack vorhanden, deshalb: runter mit der Farbe

 

Das hier sind  Düsen meines Strahlgerätes. Links eine originale aus Keramik, in der Mitte eine neue, selbstgedrehte und gehärtete Düse, und rechts eine Düse nach 1-stündiger Strahlzeit.

 

so, jetzt kann man dran arbeiten

 

die Motorhaube war unten völlig verrostet.

 

Auf dem Bild sieht das gar nicht so schlimm aus

 

um hier vernünftig arbeiten zu können, wird auch die Haube sandgestrahlt

 

schon besser

 

wie an allen Blechteilen wird auch hier Blech ersetzt

 

Auch die Motorhaube hat starke Rostspuren. sieht aus wie eine "Lederhaut" das weggerostete Material wird aufgezinnt, und von Hand nachmodelliert.

 

alle Löcher an den Blechteilen wurden zugeschweißt

 

die Falze an denen die Bleche zusammengesetzt sind, werden verzinnt

 

fast ferddisch

 

das hier wird die Wassertemperaturanzeige. Wie auch die Version, welche ich im Deutz 7206 verbaut habe, geht auch die hier 10°C nach.

 

Jetzt wird die Fahrkupplung erneuert

 

die Kupplung wird in einem Fachbetrieb überholt

 

alles putzen vor dem Zusammenbau

 

das ist die überholte Kupplung. Als Ausrücklager dient hier nur ein Graphitring (Bildmitte oben)

 

die Reibfläche am Schwungrad war extrem verrostet. Sie wurde gesäubert und angerauht.

 

als nächstes wurden die Bremsen überholt. Zum Abziehen der Trommeln hatte ich mir einen Abzieher angefertigt.

 

die Bremstrommeln saßen so fest, daß ich die mittige Schraube M20 trotz unterstützender Hammerschläge und erhitzen des Sitzes beim Abziehen zerstört habe.

 

Der Flachstahl 60x20mm bog sich wie Gummi --- so wird das nix

 

tja, da stand ich nun dumm rum vor meinen Bremstrommeln und mußte mir ne heavy-duty-Version ausdenken. Dazu opferte ich eine alte passende Felge.

 

aus ihr habe ich eine Abziehhilfe gemacht.

 

den stärksten Wagenheber rein und gedrückt bis Wasser kommt, den Sitz wieder erhitzt und mittig, wo der Heber sitzt, mit dem Vorschlaghammer draufgedroschen.

 

mit einem rießen Schlag flog mir die Fuhre um die Ohren

 

aber sie war endlich ab die Bremstrommel

 

Trommel ab

 

auf der anderen Seite ging ich genauso vor

 

die Bremsbacken wurden gleich demontiert, ich werde sie neu belegen

 

nun wurde der Vorderbau zerlegt

 

demontierter Vorderachsblock

 

zerlegte Vorderachse

 

der Aufnahmebolzen des Vorderachsblockes hat Freßspuren von ungeschmierten Lagerstellen der Pendelachse

 

alle Lagerstellen der Lenkung sind stark ausgeschlagen und werden erneuert -- viel Arbeit

 

zum wechseln der Keilriemen muß der Normag bis hier her gestrippt werden - auch deutsche Ingenieure/Konstrukteure hatten scheinbar mal nen schlechten Tag.

 

eine umgebaute Strahlkabine aus dem Baumarkt dient zum strahlen der Kleinteile